BANAle Bücher - Kollaborativ Schreiben

Für die Schreibkunst galt lange Zeit, was auch für die Kochkunst gilt: Viele Köche verderben den Brei. Seit einigen Jahren geraten Texte, die von mehreren Autor:innen geschrieben wurden, allerdings stärker in den Blick. Auch deren Beurteilung verändert sich: mehrhändig verfasste Texte werden nicht automatisch als die schlechtere Literatur abgetan, singuläre Autorschaft und Ausnahmebegabung nicht automatisch als Bedingung für gute Literatur vorausgesetzt. Woher rührt diese Veränderung? Hat es etwas mit den technischen Entwicklungen zu tun? Mit der Tatsache, dass uns Computerprogramme das Schreiben inzwischen fast vollständig abnehmen können? Oder eher mit der zunehmenden Sichtbarkeit von Mitschreiber:innen wie Lektor:innen oder Mentor:innen? Welche Formen der literarischen Zusammenarbeit gibt es überhaupt? Und wie unterscheiden sich kollektive von singulären Schreibprozessen?

Diesen und ähnlichen Frage werden wir uns anhand einer Auswahl von Prosatexten westlicher Literatur aus den letzten zweihundert Jahren widmen – wie etwa Nathaniel und Sophia Hawthorne gemeinsam geführtes Tagebuch "Das Paradies der kleinen Dinge", begonnen 1842, André Breton und Philippe Soupaults surrealistisches Experiment "Die magnetischen Felder" von 1920 oder der jüngste Versuch von Hannes Bajohr einen Roman gemeinsam mit einer KI zu schreiben, der 1923 unter dem Titel (Berlin, Miami) erschienen ist.

Mo: 14-16 Uhr
Beginn: 20.10.2025, wöchentlich
Raum: FH 1019
Leitung:  Mohs, Dr. Johanne